Sinnmanagement…Macht Sinn

Management im heutigen Sinn

Der heutige Sinn von Management ist es, Aktionäre mit den erwarteten Dividenden auszustatten, also Gewinne, rein finanzieller Natur zu erwirtschaften. Dass dabei Vieles und Viele auf der Strecke bleiben, wird immer offensichtlicher und der Ruf nach neuen Werten lauter.

Management hat sehr viel mit Macht zu tun. Nicht alle können Manager sein. Management bedarf einer hierarchischen Ordnung. Manager stehen oben und verfügen über die Macht zu handeln, die Macht zu entscheiden, die Macht Gelder bestimmten Zielen und Zwecken zu widmen, oder sie zu reduzieren und streichen.

Unter Management verstehen wir laut Wikipedia: „…die konkrete Organisation von Aufgaben und Abläufen.“ Offensichtlich hat Management nur indirekt mit Menschen zu tun. „Managen“ lässt sich übersetzten mit „handhaben, [mit etwas] zurechtkommen, etwas bewältigen, fertigbringen und bewirtschaften, beaufsichtigen“.

Bereits in der Sprache setzt sich die hierarchische Ordnung durch. Managen, egal ob Prozesse oder der Produktionsfaktor Mensch, bedeuten eine Führung von oben herab:

  • Etwas „hand-haben“ – ich habe etwas in der Hand. Das impliziert Macht über jemand/etwas. Ich kann als Manager gut sein, wohlwollend, oder die Hand fest zusammendrücken und den Inhalt ausquetschen, zerquetschen. Der/die/das in meiner Hand Seiende kann sich nur bedingt zum Ausdruck bringen, soweit der von mir gewährte Bewegungsraum reicht. Wie oft haben wir uns selber in einer derartigen Situation wieder gefunden und sind genau in diesem Moment darin gefangen? Geistig frei, aber in einem sinn-losen Korsett aus Hierarchie, mit Vorgesetzten, die wir einfach nicht ernst nehmen können, in Prozessen die nicht sinn-voll sind?
  • Mit etwas „zurecht-kommen“, klingt nach Mühsal. Es klingt nach gerade so viel tun, dass das zu handhabende nicht überhand nimmt.
  • Etwas „be-wält-igen“ – bewältigen leitet sich von dem Wort Gewalt ab. Es bringt die hierarchische Ordnung am besten zum Ausdruck und die damit verbundene Machtverteilung zu Ungunsten der Untergebenen.
  • Jemanden/etwas „be-wirtschaft-en“ klingt nach etwas herausholen, einen Gewinn damit machen; also wieder eine Einbahnstraße. Wir geben nur, um dann mehr zurück zu erhalten. Ist das Material verschlissen, werfen wir es weg, ersetzten es durch neues, noch billigeres und der Müllberg steigt.
  • „Be-auf-sicht-igen“ veranschaulicht wiederum die innewohnende Hierarchie. Sogar in der Pädagogik ist angekommen, dass selbst Kinder nicht nur beaufsichtigt werden sollen und es eines liebevollen Zugangs auf Augenhöhe bedürfen. Ein guter Lehrer blickt nicht auf Kleinheit des jungen Menschen vor sich herab, sondern sucht das große Potential in ihm zu erkennen und bestmöglich zu fördern. Dazu bedarf es jedoch Hingabe und Verpflichtung zu beiden Seiten.

Management hat also viel mit Verwaltung, mit in geordneten Bahnen und klein halten zu tun. Der Begriff, gleichermaßen wie die Realität, bergen wenig an Schöpferischem, an Mut und Freude an der Entwicklung und gegenseitiger, SINN stiftender Befruchtung.

 

Wo wir Menschen zeitlos Sinn erleben

Sinn erfahren wir dort, wo

  • wir etwas tun, das unserer Persönlichkeit, unseren Stärken, Begabungen und Talenten entspricht; dann sind wir auch fähig zur Hingabe und Leidenschaft, uns zu versenken und aufzugehen in einer Tätigkeit, in unserem Schaffen
  • wir persönlich wachsen können
  • unsere Beziehungen lebendig sind und gedeihen an Tiefe und Reife
  • wir Anerkennung erfahren in dem, wer wir sindwenn wir ganz wir selber sein können, uns weder verstecken, noch verbiegen müssen

Mind Burst

Insofern schließen Management im herkömmlichen Sinn und Sinn einander aus. Das macht aber nichts, denn Paradoxa sind ein Zeichen unserer Zeit, sie dürfen existieren.

Sinnmanagement macht für mich also Sinn, und Macht auch – und zwar dann, wenn wir wieder Macht über uns Selbst, unsere Gedanken und Gefühle verfügen und aus diesem Potential schöpfen – in die Breite, in die Höhe, nach links, nach rechts, zusammen, nach oben, nach unten – und nicht nur von oben nach unten.

 

Außer uns – zwischen Macht und Ohnmacht

Heute sind in der Gesellschaft Macht und Ohnmacht, so wie Geld und Ressourcen ungleich verteilt. Es gibt wenige, welche wirklich mächtig sind und viele andere, die in einem Zustand permanenter Ohnmacht durchs Leben geschoben werden.

Dank der großartigen Errungenschaften in den Naturwissenschaften ist es gelungen, immer tiefer in die uns umgebende Welt einzudringen, immer größere Entfernungen im All zurückzulegen und immer weiter einzutauchen mit dem Elektronenmikroskop in die Welt der Atome. Daraus sind unzählige neue Erkenntnisse und Einsichten resultiert, aber auch der Verlust des Blickes auf das große Ganze und die Konzentration auf die rein sinnlich erfass- und messbare Welt. Im Raum für Transzendenz des menschlichen Daseins ist es eng und kalt geworden.

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Mit der Zerstückelung der Welt kam es zur Bewertung dieser einzelnen Teile. Manches wird als gut, als wert-voll erachtet und anderes als nicht wertvoll. So ist auch die Mode entstanden. Nicht nur die Materie, sondern auch die Mode unterliegen Raum und Zeit. Dinge, Einstellungen, Haltungen sind heute hier in Mode, also wertvoll, und nach einer gewissen Zeit nicht mehr, gelten dann als lächerlich und eben nicht mehr wertvoll, anderswo aber vielleicht doch (noch)… Das, im Zusammenspiel mit dem bestehenden Finanzsystem hat wiederum die Wirtschaft um viele Branchen bereichert. So ist alt sein „im Westen“ zum Beispiel heute nicht modisch – so gibt es die Schönheitschirurgie, Anti-Aging-Pharmazeuten, etc. die uns dabei helfen, das Alter so weit wie möglich aus unserem Leben zu drängen, schneiden, spritzen etc. Die (finanzielle) Bewertung durch die Zerteilung hat unserem Leben zum einen ein hohes Maß an Natürlichkeit, Gelassenheit und Genuss genommen und uns weiter davon entfernt, den Blick auf das Ganze zu werfen, geschweige denn, einem Blick darauf stand zu halten.

Aber weder Mensch, noch Natur, unsere Erde sind tote Materie, welche es zu beherrschen, zu bewältigen oder zu bewirtschaften gilt. Durch das Sezieren des Lebens ist uns so vieles an Sinn entschwunden. Sinn und Freude entspringen einem lebendigen, angst- und bewertungsfreien Wechselspiel der Gegensätze und Unterschiede.

 

Worauf Kariang hinaus will

Sinnmanagement zielt seine Aktivitäten darauf ab, den Menschen wieder dort hin zu bringen, sein eigenes schöpferisches Potential zu erkennen und daraus heraus bewusst und lebendig zu agieren und gestalten, in wachstumsorientierter Interaktion mit sich selbst und seiner Umwelt.

Wir sind noch etwas träge im Übergang auf das Neue und möchten noch nicht loslassen vom Zeitalter der Produktion und des nicht enden wollenden Wachstums. Produktion ist überschaubar, begreifbar, hörbar, vielleicht manchmal kompliziert, aber selten wirklich komplex. Schöpfung hingegen ist ein komplexer Akt, ein Akt jenseits des Begreifbaren.

Wie aber soll etwas „Handhabbar“ sein, wenn es schwer zu be-greifen ist. Wir benötigen neue Wege von neuer Dimension. Ich möchte mich nicht träge hingeben der alten Zeit und an ihrem Grau in Grau ersticken. Ich will auch die alte Zeit nicht glorifizieren und ihr nach hängen und jammern darüber, dass alles so tiefgreifend im Wandel und plötzlich so unüberschaubar ist. Ich erkenne die Zeichen der neuen Zeit und möchte mich ihr mit Hingabe und Konsequenz widmen, sie erkunden, mich darauf einlassen und damit Sinn finden und stiften.

 

 

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